
Der Grundsatzbeschluss Stadtmuseum vom 8. November 2007 hatte den Auftakt der konkreten Planungsarbeit für das Museum bedeutet.
Als Zielsetzung wurde formuliert: Das Stadtmuseum soll die Geschichte der Landeshauptstadt Stuttgart erlebbar machen, die städtische Identität stärken und ein Forum für die Diskussion aktueller und zukünftiger städtischer Fragen bieten. Zielgruppen sind alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter als auch die Gäste der Stadt. Eine besonders wichtige Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche.
Folgende Planungsprämissen wurden vom Beirat Stadtmuseum am 10. Mai 2007 positiv verabschiedet: - Die Menschen und ihre Geschichte stehen im Mittelpunkt des Konzeptes. - Das Konzept wird soweit möglich partizipativ entwickelt. - Das Konzept verbindet Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt Stuttgart. - Vermittlung ist ein zentraler Auftrag des Stadtmuseums. - Das Stadtmuseum ist besucherorientiert und strebt eine hohe Erlebnisqualität an. - Qualitätsmanagement ist eine Grundlage der Planung.
Folgende öffentliche Bereiche sind im Wilhelmspalais vorgesehen: - Dauerausstellungsbereich · Chronologische Präsentation der Stadtgeschichte von der Zeitenwende bis heute anhand eines interaktiven Stadtmodells. · Thematische Präsentation wichtiger Aspekte der Stadtentwicklung mit Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. - Sonderausstellungsbereich: · Anknüpfend an die thematischen Bereiche der Dauerausstellung Vertiefung einzelner Aspekte - Kindermuseum: · In einem eigenen Bereich können Kinder die Stadt entdecken. - Werkstattbereich für Jugendliche und Gruppen: · Jugendliche und Gruppen sollen die Ressourcen des Museums nutzen können, um städtische Themen selbst zu bearbeiten und zu präsentieren. - Vortrags- und Veranstaltungsbereich: · Begleitende Veranstaltungen sind integraler Bestandteil der Museumsarbeit. Vermietungen an Dritte sollen möglich sein. - Besucherserviceeinrichtungen wie Café und Shop entsprechend den heutigen Anforderungen des Publikums.
Der Arbeitsplan des Aufbaustabs sieht folgende Schritte vor:
2008 Historische Recherchen und Forschung zu Ausstellungsthemen Ausarbeitung des Konzeptes, basierend auf aktueller Forschung zur lokalen Identität Inventarisierung der Sammlung (Nutzbarmachung für Ausstellung), Erweiterung der Sammlung entsprechend den Ausstellungsanforderungen Ausarbeitung des Museumskoffers zur Vorbereitung von zielgruppenspezifischen Vermittlungskonzepten für Kinder und Jugendliche Durchführung des Auslobungsverfahrens und Auswahl der Museumsgestalter Vorbereitungen zur Gründung eines Freundeskreises, Suche nach Sponsoren
2009 Fortsetzung der Recherchen und Forschung sowie der Inventarisierung Ausarbeitung des Grobkonzeptes der Ausstellung und Entwicklung von gestalterischen Grundlagen. Entwicklung von technischen Konzepten für ein interaktives Stadtmodell Fertigstellung des Museumskoffers und Verleih Vorbereitung der zukünftigen Rechtsform
2010 Ausarbeitung des Feinkonzeptes der Ausstellung und Umsetzung in ein Gestaltungskonzept Entwicklung museumspädagogischer Konzepte und Planung der Kinder- und Jugendbereiche des Museums Planung des Umbaus
2011 Beginn des Umbaus des Wilhelmspalais zum Museum. Dauer ca. 1,5 Jahre Entwicklung von Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
2012 Fertigstellung Umbau, Einrichtung und Eröffnung des Museums
Derzeit laufende Maßnahmen: Derzeit läuft das Forschungsprojekt „HeimatStadt Stuttgart – Identität und Erinnerung“ Durch ca. 120 biographische Interviews mit Stuttgarterinnen und Stuttgartern unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft sollen zum einen die konstituierenden Faktoren städtischer Identität erforscht werden. Zum zweiten sind die Interviews Grundlage für die Präsentation der Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert aus Sicht der Stuttgarter selbst. Das Projekt dokumentiert auch die noch nicht geschriebene Erinnerungsgeschichte der Migranten in Stuttgart. Dieses Forschungsprojekt wird als studentisches Forschungsprojekt durchgeführt (Siehe weiterführende Information auf Seite 7)
Kinder und Jugendliche sind eine besonders wichtige Zielgruppe des Museums. Deshalb sollen die Schulen frühzeitig in die Planung des Museums einbezogen werden. Bereits für dieses Jahr waren lehrplanrelevante stadtgeschichtliche Aktivitäten mit Lehrern und Schülern angekündigt. Diese sollen zum einen im „Museumskoffer“ für Schulen zum eigenen Gebrauch zusammengestellt werden. Zum anderen bilden sie die Grundlagen für die Ausarbeitung des musealen Vermittlungskonzeptes für Kinder und Jugendliche. Für die Ausarbeitung des Museumskoffers zusammen mit Schulen ist ein Werkvertrag für eine Museumspädagogin sowie Herstellungskosten eingeplant.
Bereits 2008 und 2009 wird der zukünftige Betrieb vorbereitet. Es sollen die Gründung eines Fördervereins vorbereitet und Möglichkeiten des Sponsorings sondiert werden. Die zukünftige Rechtsform ist ein weiteres Thema.
Für die Öffentlichkeitsarbeit sind ein Stadthistorisches Fenster im Rathaus in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und Vortragsveranstaltungen als Ergänzung zum „stadtgeschichtlichen Fenster“ vorgesehen. Die Vortragsveranstaltungen sollen mit Sammlungsaufrufen an die Bevölkerung verknüpft werden.
Veranstaltungsaktivitäten soll es zudem im Museum Hegel-Haus, im Lapidarium, in Bad Cannstatt und Möhringen geben, die Öffentlichkeitsarbeit der Häuser soll verbessert werden.
Als Vorbereitung des zentralen Stadtmuseums im Wilhelmspalais sollen im Stadtmuseum Bad Cannstatt zudem Sonderausstellungen zu stadtteilspezifischen Themen erarbeitet werden. 2009 wäre eine gemeinsame Sonderausstellung mit dem Stadtarchiv möglich, bei der eine erste Erprobung von Modellen erfolgen kann. Die Sonderausstellungen werden vom wissenschaftlichen Personal erarbeitet, Sachkosten für Material ist eingestellt.
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