
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bauten sich wohlhabende Stuttgarter ihre Villen auf der Gänsheide, jenem reizvollen Höhenzug östlich der Stadt. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich hier oben ein reges kulturelles Leben, dessen Kern der Kreis um den Maler Willi Baumeister war.
Das Buch des Stadthistorikers Jörg Kurz erläutert, in welchen Stufen das bis heute bevorzugte Wohngebiet besiedelt wurde, welch zauberhafte Villenarchitektur hier entstand. Biografische Skizzen beschreiben die herausragenden Künstler, die auf der Gänsheide wirkten – neben Baumeister seien hier nur der Designer Wilhelm Wagenfeld oder der Psychiater und Filmemacher Ottomar Domnick genannt.
„Die Gänsheide“ schließt eine schon lange als schmerzhaft empfundene Lücke, erschien doch das bisher einzige Werk über diesen Stadtteil im Jahre 1932.
Mehr als 600 Abbildungen machen die Entwicklung in dem Stadtteil zudem anschaulich. und bringt die prominenten Bewohner in ihrem Leben und Wirken zu ihrer Zeit dem Leser nahe.
Der Autor Jörg Kurz ist bereits mit mehreren Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte hervorgetreten, so mit Büchern über den Stuttgarter Norden, den Killesberg und die Weißenhofsiedlung.
Jörg Kurz: Die Gänsheide – Geschichte und Kultur. Verlag im Ziegelhaus, Stuttgart. ISBN 978-3-925440-16-8. Fest gebunden, 240 Seiten, 637 meist farbige Abbildungen, 22 Euro.
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