Rundbrief 1/2008
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Stadtmuseum befragt Bürger über Stuttgart

Das zukünftige Stadtmuseum führt im Oktober und November zusammen mit dem Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen ein Forschungsprojekt durch. Dazu werden Stuttgarterinnen und Stuttgarter gesucht, die Lust haben, Studierenden zu berichten, wie sie Stuttgart erleben und welche persönlichen Geschichten sie mit Stadtteilen oder Orten verbinden.

Die Forschungsergebnisse sollen in die Ausstellung des Museums einfließen, das Ende 2012 eröffnet werden soll. Für die rund einstündigen Interviews ist keinerlei Vorbereitung erforderlich. Wer sich zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei der Assistentin des Forschungsprojekts, Sarah Kubin-Scharnowski, unter Telefon 216-97 71 oder 01 72/7112668 oder per E-Mail an sarah.kubin@stuttgart.de melden.

Im Rahmen des Projekts wollen Studierende Interviews mit Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern führen – möglichst verschiedenen Alters, aus unterschiedlichen Stadtteilen und unterschiedlicher Herkunft. Dabei sollen sie über ihr alltägliches Leben und Arbeiten in der Stadt berichten. Egal, ob sie schon ihr ganzes Leben in der Stadt verbringen oder erst vor kurzem nach Stuttgart gezogen sind.

Das zukünftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais soll nicht nur ein Ort für die Geschichte Stuttgarts, sondern auch für die Diskussion der Gegenwart und Zukunft der Stadt werden. Deshalb möchten Leiterin Dr. Anja Dauschek und das Planungsteam mehr darüber erfahren, welche Themen und Orte den Stuttgartern wichtig sind und welche persönlichen Geschichten sie mit Stadtteilen oder einzelnen Gebäuden, Plätzen und Institutionen verbinden.

Für den Einblick in die Gegenwart konnte das Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen gewonnen werden. Im Institut werden unter Leitung von Professor Dr. Bernhard Tschofen Phänomene der Alltagskultur in gegenwartsbezogener und historischer Perspektive untersucht. 30 Studenten werden für das Studienprojekt „HeimatStadt Stuttgart“, das in die Ausstellung des zukünftigen Stadtmuseums einfließt, über mehrere Semester hinweg arbeiten.



Ausstellung für die Geschichte des Stuttgarter Gaskessels 

 
Rund drei Dutzend verschiedene Gasbehälter soll es seit 1845 in Stuttgart gegeben haben. Das belegt MUSE-O in seiner derzeitigen Ausstellung mit weit mehr als 100 historischen Abbildungen.

Die meisten Stuttgarter kennen den großen, stadtbildprägenden Gaskessel in Gaisburg, manch einer erinnert sich vielleicht auch noch an das kleinere Exemplar, das bis 1995 ganz in seiner Nähe stand.

Bei seinen Recherchen, bei denen er auf hervorragende Vorarbeiten des hiesigen Amtes für Umweltschutz zurückgreifen konnte, stieß der Ausstellungsmacher Ulrich Gohl auf eine Vielzahl weiterer Gasbehälter – eine ganze Reihe in äußeren Stadtbezirken wie Degerloch und Vaihingen, Feuerbach und Zuffenhausen, zahlreiche ebenfalls längst abgerissene in Gaisburg und einige auf dem Gelände von Fabriken.

Auf mehr als zwei Dutzend Tafeln erzählt Gohl, wie das Gas nach Stuttgart kam und welche Gaskesseltypen die Techniker erfunden haben. Sodann stellt er – so weit möglich – jedes einzelne hiesige Gaswerk mit seinen –Behältern vor. Rund 130 Abbildungen, meist historische Fotos, die hier teilweise erstmals veröffentlicht werden, lassen die Welt dieser technischen Denkmale scheinbar wieder erstehen. Als hilfreich erwies sich dabei, dass vor allem die EnBW dem Historiker ihre Bildarchive unbürokratisch öffnete und so das Projekt wesentlich förderte.

Schließlich zeigt die Schau mit Originalen und Reproduktionen, wie sich Künstler mit dem Thema „Stuttgarter Gaskessel“ auseinandergesetzt haben. Zum Abschluss geht MUSE-O der Frage nach, ob der Gaisburger Kessel, dieser „Dinosaurier der Technikgeschichte“, zum neuen, alten Symbol für den so heterogenen Stadtbezirk Stuttgart-Ost taugt. 

 
Die Stuttgarter Gaskessel. Eine MUSE-O-Ausstellung von Ulrich Gohl in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz, Stuttgart
MUSE-O, Gablenberger Hauptstr. 130, 70186 Stuttgart
Bis Mitte Nov. 2008, Geöffnet Sa 14-18, So 13-18 Uhr (mit Führungen)
Eintritt:  2,00 Euro
Weitere Informationen: www.muse-o.de


Arbeitsgemeinschaft Stuttgarter Bürgervereine feiert 50. Jubiläum

Die Arbeitsgemeinschaft der Stuttgarter Bürgervereine kann im Herbst dieses Jahres auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken.

Am 10. Oktober wurde das Jubiläum im Stuttgarter Rathaus feierlich begangen. Vorsitzender Horst Schwoon erinnerte daran, dass die ASB sich als Partner gegenüber Stadtverwaltung und Gemeinderat und anderen Behörden und Organisationen verstehe. Der ASB sei es zu verdanken, dass sich die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen fühlen, ihre Umgebung und ihre Gemeinde mitzugestalten.

Er erinnerte auch an die Anfangszeit des ASB, der sich zu Beginn „kommunaler Arbeitskreis Stuttgart – Arbeitsgemeinschaft der Vereinigungen Stuttgarter Bürger“ nannte. Ursprünglich gab es in diesem Arbeitskreis sehr unterschiedliche Interessen, was zur Folge hatte, dass sich die Handels- und Gewerbevereine bald abtrennten und die Grundbesitzervereine nicht mehr mitwirkten. Die übrig gebliebenen Bürgervereine schließlich hatten eine gemeinsame Zielsetzung – die „Verbesserung der Lebensqualität aller Mitmenschen des Bezirks.“ Es begann die Blütezeit der Bürgervereine – bis zu Beginn der 70er-Jahre waren es bereits über 30.

Schwoon erinnerte an den früheren Vorsitzenden Rudolf Schnabel, der Regeln für die Arbeit der Bürgervereine festlegte, die bis heute Gültigkeit haben: Die Bürgervereine wollen den Gemeinderat nicht ablösen, sondern im Gegenteil sinnvoll ergänzen und die Bürgervereine treten nicht gegen etwas an, sondern sprechen für die Bürger, sobald es um Probleme von allgemeinem Interesse geht. Sie schaffen Voraussetzungen, den Bürger rechtzeitig über Entscheidungen, die ihn betreffen, zu informieren und ihn einzubeziehen.

Abschließend unterstrich Schwoon, dass die Bürgervereine den althergebrachten Begriff „Bürgerschaft“ neu gestaltet und den Bürgern bewiesen haben, dass es sich lohnt, im kommunalen Bereich mitzuarbeiten.

Der Historiker Olaf Schulze fasste in seinem Vortrag „Bürgervereine  - Heimat für Stadtgeschichte“ die historische Arbeit der verschiedenen Vereine des ASB in den Stadtbezirken zusammen. 

 
Baubeginn für das Stadtarchiv

Mit einem Baggerbiss hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster am Mittwoch, 24. September  im Bellingweg 21 in Bad Cannstatt das Startsignal für den Bau des neuen Stadtarchivs geben.

Das Lagerhausensemble um das 1921 erbaute Kontor im Bellingweg 21 wird für das Stadtarchiv saniert und umgebaut. Neben dessen Magazinen und Arbeitsräumen wird es auch Depots des künftigen Stadtmuseums aufnehmen. Für das historische Gedächtnis der Stadt Stuttgart stehen hier künftig mehr als 10 000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

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